AdaMekoR

Adaptives Mehrkomponenten-Robotersystem für die Pflege

Das übergeordnete Ziel von AdaMeKoR ist die Entwicklung eins adaptiven und multifunktionalen, motorisierten Betts mit Roboterarmsystem zur Anwendung in der Pflege. Hierfür werden Sensorikkomponenten entwickelt, um z.B. die Bettposition situationsabhängig anzupassen zu können. Es werden verschiedene Halte- und Stützfunktionen des Systems getestet, etwa für den Bett-Rollstuhl-Transfer. Das System soll überdies die Körperhaltung der Pflegekräfte überwachen und bei ungünstigen Belastungen Hinweise zur Optimierung geben. Perspektivisch soll durch AdaMeKoR Autonomie und Lebensqualität der Pflegeempfänger verbessert werden und für Pflegende beim Heben und Bewegen eines Patienten eine deutliche Reduzierung der körperlichen Belastung erreicht werden.

Laufzeit: 15.03.2020 bis 14.09.2023
Zuwendungsempfänger: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH
Fördergeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Förderkennzeichen: Mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 16SV8534 gefördert.
Partner:

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. - Regionalverband Weser-Ems, Elsfleth

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Universität Osnabrück

Anwendungsfelder: Assistenz- und Rehabilitationssysteme

Projektdetails

Eine besondere Herausforderung in der Pflege stellen die körperlichen Belastungen des Pflegepersonals dar. Erkrankungen des Bewegungsapparates sind eines der Hauptgründe für hohe Fehlzeiten und Berufsaustritt in der professionellen Pflege. Angesichts der soziodemografischen Entwicklung ist auch die deutsche Bevölkerung stark von Alterung betroffen, sodass künftig zunehmend mehr Senior*innen den Erwerbstätigen gegenüberstehen werden. Um der anwachsenden Diskrepanz zwischen der benötigten und der zur Verfügung stehenden Anzahl an Pflegenden bei steigenden Pflegebedarfen in Deutschland entgegenzuwirken, bedarf es innovativer Konzepte die einfach in der Handhabung sind und einen echten Mehrwert bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten bieten, ohne dabei die Arbeitsprozesse einzuschränken. Ein weiterer Aspekt stellt die Förderung der Selbständigkeit von bewegungseingeschränkten Menschen in diesem Zusammenhang dar.

Neben der Entwicklung und Umsetzung des AdaMeKoR-Konzeptes, erstellt das DFKI RIC weitergehende Ansätze für die Realisierung einer robotischen Lösung zum Transfer von Patienten. Hierbei sollen insbesondere auf Lösungen fokussiert werden, um Pflegekräfte beim Transfer von Patienten mit höherem Körpergewicht zu entlasten, ohne dabei das Patientenwohlbefinden einzuschränken. Angestrebt ist eine einfache, platzsparende robotische Lösung mit günstigem Kraft-/Gewichtsverhältnis, damit beispielsweise eine Befestigung an einem Pflegebett realisiert werden kann.

Videos

AdaMeKoR: Ein einfach zu benutzender Roboterarm für die Pflege

Im Projekt AdaMeKoR arbeiten zwei DFKI-Forschungsbereiche - Robotics Innovation Center und Cyber-Physical Systems - mit ihren Partnern an adaptiven Robotiklösungen für den Bereich der Pflege. Robotik kann nicht nur dazu beitragen, überlastetes Pflegepersonal bei vielen Aufgaben zu unterstützen, sondern auch Patienten mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit mehr Autonomie zu geben. Aus diesem Grund entwickelt der Forschungsbereich Cyber-Physical Systems Steuerungsmechanismen für den Roboterarm Jaco der kanadischen Firma Kinova, der in Deutschland bereits im Pflegebereich eingesetzt werden kann. Im Video zeigt DFKI-Forscher Felix Goldau, welche Daten gesammelt werden, um eine einfachere Steuerung für den Arm zu entwickeln, die zum Beispiel beim Trinken helfen kann.

AdaMeKoR: Ein Konzept für die Erleichterung des Pflegebett-Rollstuhl-Transfers

Die Animation veranschaulicht das Konzept einer automatischen Segmentmatratze, die in Verbindung mit einem aktiven Stützarm verwendet wird. Diese Kombination zielt darauf ab, den Transfer sowohl für das Pflegepersonal als auch für die Pflegeempfänger zu erleichtern, indem gezielte Verformungen der Matratze eingesetzt werden. Die Positionsregelung der einzelnen Matratzensegmente unterstützt dabei den natürlichen Bewegungsablauf. Zusätzlich können auf diese Weise sämtliche Standardfunktionen eines Pflegebettes abgedeckt sowie die Lagerung von pflegebedürftigen Personen vereinfacht werden.

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zuletzt geändert am 04.01.2024