13. April 2016

ROBEX-Expedition in die Ostsee: Wissenschaftler testen erfolgreich autonomes Docking


Der mobile Tiefsee-Crawler VIATOR vom GEOMAR (DFKI GmbH, Foto: Jakob Schwendner)

An Bord des Forschungsschiffes ALKOR in der Geltinger Bucht (DFKI GmbH, Foto: Jakob Schwendner)

Der MANSIO-VIATOR wieder an Bord nach dem erfolgreichen Docking unter Wasser (DFKI GmbH, Foto: Jakob Schwendner)

Mit dem wachsenden wissenschaftlichen Interesse an den Weltmeeren steigt auch der Bedarf an Technologien, die sich zur Erkundung und Untersuchung der Ozeane eignen. Die Helmholtz-Allianz „Robotische Exploration unter Extrembedingungen – ROBEX“ entwickelt und baut robotische Systeme und wissenschaftliche Geräte für extreme Umweltbedingungen, wie sie zum Beispiel in der Tiefsee herrschen. Zu den in ROBEX entwickelten Systemen gehört der MANSIO-VIATOR, den die Projektpartner – zu denen auch das DFKI Robotics Innovation Center gehört – auf einer wissenschaftlichen Expedition in die Geltinger Bucht der Ostsee vom 2. bis zum 5. April 2016 in einem Feldtest unter realistischen Bedingungen testeten.

Der vom GEOMAR entwickelte MANSIO-VIATOR besteht aus einem stationären Träger-System, einem sogenannten Lander, sowie einem mobilen Tiefsee-Crawler, einer Art Kettenfahrzeug, das ein vorgegebenes Terrain autonom untersuchen und auf Basis von Sensordaten Umgebungskarten erstellen kann. Das System aus Lander und Crawler ähnelt den Lander-Rover-Systemen, die auch in der Weltraumforschung Einsatz finden. Der Lander transportiert den Crawler zum Meeresboden und dient ihm dort als „Garage“ und Dockingstation, zu der das Fahrzeug zurückkehrt, um die gesammelten Daten zu übertragen und seine interne Batterie aufzuladen. Bei den Feldtests in der Geltinger Bucht konnten die Forscher das autonome Docking erstmals aus einer Entfernung von zehn Metern erfolgreich demonstrieren. Im kommenden Jahr soll der MANSIO-VIATOR bei einer ROBEX-Ausfahrt  mit dem berühmten Forschungsschiff „Polarstern“ zum Einsatz kommen.

Über ROBEX

ROBEX ist ein Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft unter der Koordination des Alfred-Wegener-Instituts, das 16 Institutionen aus ganz Deutschland vereint, die disziplinübergreifend zusammenarbeiten. Indem sie gemeinsam an autonomen Systemen, Künstlicher Intelligenz, Sensorik und Software forschen, wollen sie die wissenschaftliche Erkundung bisher noch unbekannter und für den Menschen unzugänglicher Orte, wie der Tiefsee, den Polargebieten oder dem Weltraum, mit Hilfe von Robotern vorantreiben. Das DFKI Robotics Innovation Center  entwickelt innerhalb von ROBEX intelligente Algorithmen für die autonome Navigation von kettengetriebenen Unterwasserfahrzeugen in unbekannten Gebieten. Dafür werden Verfahren aus der Weltraum- sowie der terrestrischen Robotik auf die Gegebenheiten von Unterwasserfahrzeugen angepasst und weiterentwickelt, um im Rahmen einer Demo-Mission Tiefsee einen für die Meeresforschung relevanten Bereich autonom zu erkunden.

Kontakt: Jakob Schwendner

Pressekontakt: uk-hb@dfki.de


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zuletzt geändert am 15.03.2019
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