23. März 2016

Internationale Pazifik-Expedition zur photogrammetrischen Vermessung Schwarzer Raucher


Schwarzer Raucher im Südpazifik (DFKI GmbH, Foto: Alexander Duda)

Auf dem Forschungsschiff während der Expedition (DFKI GmbH, Foto: Alexander Duda)

Die schwarzen Raucher werden mit Hilfe photogrammetrischer Messmethoden erfasst. (DFKI GmbH, Foto: Alexander Duda)

Noch immer ranken sich viele Geheimnisse um die heißen, mineralreichen Hydrothermalquellen aus Vulkanschloten – die sogenannten Schwarzen Raucher – die am Boden der Tiefsee meistens dort zu finden sind, wo Kontinentalplatten aneinander grenzen. Durch Spalten dringt Seewasser in die dicht unter dem Meeresboden liegenden heißen Basalt- und Magma-Zonen ein, wird erhitzt, reichert sich mit Mineralien an und wird wieder mit hoher Temperatur durch kaminartige Öffnungen in das Meerwasser ausgestoßen. Die Schwarzen Raucher bilden einzigartige Biotope, deren Artenvielfalt als Quelle zur Aufrechterhaltung der regionalen Biodiversität dienen kann. Um die Hydrothermalquellen zu erhalten und zu schützen, ist ein Verständnis ihrer Beschaffenheit und Funktionsweise wichtig. Jedoch sind Untersuchungen in dieser für den Menschen lebensfeindlichen Umgebung äußerst schwierig.

Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrerer internationaler Forschungseinrichtungen –  darunter das DFKI Robotics Innovation Center und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, die auch im Rahmen der Helmholtz-Allianz „Robotische Exploration unter Extrembedingungen – ROBEX“ zu diesem Thema forschen – haben sich vom 20. März bis zum 1. April 2016 unter der Leitung von Dr. Tom Kwasnitschka vom GEOMAR auf eine Expedition in den Südpazifik begeben. Dort wollen sie den Hydrothermalquellen so nah wie möglich kommen, ohne dabei jedoch selbst in die Tiefsee hinab tauchen zu müssen. Mit Hilfe innovativer Unterwasservermessungstechnologien wollen sie ein digitales Modell eines Hydrothermalquellenfeldes nahe den Fidschi-Inseln erstellen, das sich durch einen Virtual Reality-Simulator erkunden lässt. Die Forscherinnen und Forscher bedienen sich dafür photogrammetrischer Messmethoden und spezieller High-Resolution-Kameras, um aus sich überlappenden Fotografien der Quellen deren räumliche Lage und dreidimensionale Form zu bestimmen.

Die so erzeugten 3D-Modelle sollen schließlich als Referenz für mehrschichtige Umgebungskarten in einer bisher nicht erreichten Auflösung dienen und helfen, die biologische, chemische und geologische Natur der Quellen zu definieren. Ziel ist ein erstes, offen zugängliches virtuelles Model eines kompletten Hydrothermalquellenfeldes, das nicht nur zu neuen Strategien für die Tiefseebodenforschung anregen, sondern auch als einzigartiges Werkzeug für öffentliches ökologisches Engagement dienen soll.

Kontakt:
Jakob Schwendner


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zuletzt geändert am 15.03.2019
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